FAQ Cybersicherheit für Unternehmen
Die wichtigsten Fragen und Antworten aus unseren Ratgebern: Angriffe, Daten, Verträge, Backups und Betriebskontinuität.
Diese allgemeine FAQ ergänzt die ausführlichen Ratgeber der Website. Jede Antwort verweist auf den passenden Ratgeber zur Vertiefung.
Für Kanzleien, Steuerberatung, Versicherungen, Immobilien, E-Commerce, Vereine und weitere Branchen stehen eigene deutschsprachige Seiten zur Verfügung. Alle Branchen ansehen.
Risiken und Angriffe
Wie erkennt man, dass ein geschäftliches Konto gehackt wurde?
Die häufigsten Anzeichen sind ungewöhnliche Anmeldungen, ohne Nutzerhandlung versendete Nachrichten oder nicht angeforderte Änderungen an Sicherheitseinstellungen. Eine Meldung von Kunden über eine verdächtige Nachricht ist ebenfalls ein häufiger Hinweis.
Muss man Kunden bei einem gehackten Konto informieren?
Wurden betrügerische Nachrichten vom betroffenen Konto versendet, empfiehlt es sich, mögliche Empfängerinnen und Empfänger schnell zu informieren, damit sie wachsam bleiben.
Verhindert Zwei-Faktor-Authentifizierung Hacking vollständig?
Sie verringert das Risiko erheblich, selbst wenn ein Passwort kompromittiert ist, da ein zusätzlicher Verifizierungsschritt hinzukommt. Eine absolute Garantie ist sie jedoch nicht und sollte mit weiteren guten Praktiken kombiniert werden.
Verwandten Ratgeber lesen: Zwei-Faktor-Authentifizierung im UnternehmenWie erkennt man eine gut nachgeahmte Phishing-E-Mail?
Der beste Indikator bleibt ein Gefühl von Dringlichkeit oder ungewöhnlichem Druck, verbunden mit einer vom üblichen Austausch abweichenden Anfrage — selbst wenn die E-Mail ansonsten einwandfrei formuliert ist.
Was tun, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter auf einen verdächtigen Link geklickt hat?
Es wird empfohlen, betroffene Passwörter sofort zu ändern, jüngste Bewegungen auf verknüpften Konten zu prüfen und bei Unsicherheit über das Ausmaß des Vorfalls fachlichen Rat einzuholen.
Verwandten Ratgeber lesen: Unterstützung nach einer CyberattackeBetrifft Phishing nur große Unternehmen?
Nein. Phishing-Kampagnen sind in der Regel automatisiert und werden breit gestreut versendet, ohne gezielte Auswahl nach Unternehmensgröße.
Sollte man das geforderte Lösegeld zahlen?
Die Zahlung garantiert weder die tatsächliche Wiederherstellung der Dateien noch, dass kein erneuter Angriff erfolgt. Sie wird in der Regel nicht empfohlen; eine Beratung mit einer Fachperson erlaubt es, verfügbare Alternativen einzuschätzen.
Verwandten Ratgeber lesen: Unterstützung nach einer CyberattackeReicht ein Backup zum Schutz vor Ransomware aus?
Ein regelmäßiges, vom Hauptnetzwerk getrenntes Backup bleibt der wirksamste Schutz zur Wiederherstellung des Betriebs, sofern es nicht selbst vom infizierten System aus zugänglich ist.
Verwandten Ratgeber lesen: 3-2-1-Backup-Regel im UnternehmenWie lange dauert die Erholung von einem Ransomware-Angriff?
Die Dauer hängt stark von der Verfügbarkeit eines aktuellen, funktionsfähigen Backups ab. Ohne zuverlässiges Backup kann die Wiederherstellung mehrere Tage oder länger dauern, je nach Umfang der betroffenen Systeme.
Verwandten Ratgeber lesen: 3-2-1-Backup-Regel im UnternehmenDaten, Verträge und Backups
Wie lange muss ein Geschäftsvertrag aufbewahrt werden?
Die Fristen variieren je nach Vertragsart und geltenden gesetzlichen Pflichten (häufig mehrere Jahre nach Ende der Geschäftsbeziehung). Bei Unsicherheit zu einem konkreten Vertrag ist es besser, fachkundigen Rat einzuholen, statt eine willkürliche Frist festzulegen.
Wer sollte in einem kleinen Unternehmen Zugang zu Verträgen haben?
In der Regel nur Personen, die direkt an Verhandlung, Betreuung oder Abrechnung beteiligt sind. Ein erweiterter Zugang aus reiner Bequemlichkeit erhöht das Leck-Risiko unnötig.
Ist ein per E-Mail versendeter Vertrag ausreichend sicher?
E-Mail bleibt nach dem Versand ein wenig kontrollierter Kanal. Für besonders sensible Dokumente ist ein gesicherter Freigabebereich mit eingeschränktem Zugriff einem klassischen Anhang vorzuziehen.
Fällt eine Excel-Kundendatei unter die DSGVO?
Ja. Das Format spielt keine Rolle: Sobald eine Datei Informationen enthält, die eine natürliche Person identifizierbar machen (Name, E-Mail, Telefon), unterliegt sie der DSGVO — ob Tabelle, CRM oder Datenbank.
Was ist der erste Schritt zur Absicherung einer Kundendatei?
Prüfen, wer heute Zugriff hat, und nicht mehr gerechtfertigte Zugänge entziehen. Das ist oft der am meisten vernachlässigte Punkt in kleinen Strukturen.
Muss die Kundendatei systematisch verschlüsselt werden?
Das ist nicht zwingend, aber empfehlenswert, sobald die Datei exportiert, versendet oder außerhalb des gesicherten Tools gespeichert wird, das sie normalerweise beherbergt.
Wie oft sollten Daten gesichert werden?
Das hängt vom täglich erzeugten Datenvolumen ab: Ein tägliches Backup eignet sich für die meisten KMU, eine Tätigkeit mit vielen Dokumenten kann jedoch eine höhere Häufigkeit rechtfertigen.
Verwandten Ratgeber lesen: 3-2-1-Backup-Regel im UnternehmenReicht ein Cloud-Backup aus?
Es bildet eine gute Grundlage, sofern es vom täglich genutzten Konto getrennt und durch einen gesicherten Zugang geschützt ist, damit es nicht gleichzeitig mit den laufenden Daten kompromittiert wird.
Verwandten Ratgeber lesen: 3-2-1-Backup-Regel im UnternehmenWie testet man ein Backup, ohne den Betrieb zu stören?
Es genügt, eine einzelne Datei oder einen Ordner an einen separaten Ort wiederherzustellen, ohne die Produktionsdaten zu berühren, um zu prüfen, ob das Backup nutzbar ist.
Verwandten Ratgeber lesen: 3-2-1-Backup-Regel im UnternehmenOrganisation und Kontinuität
Wie identifiziert man die für die Tätigkeit wirklich kritischen Werkzeuge?
Die zu stellende Frage ist einfach: Würde die Tätigkeit stillstehen, wenn dieses Werkzeug heute ausfiele — innerhalb einer Stunde, eines Tages, oder könnte sie mehrere Tage ohne es weiterlaufen? Werkzeuge der ersten Kategorie haben Priorität.
Müssen alle Werkzeuge gleich abgesichert werden?
Nein, das ist weder nötig noch realistisch. Die Konzentration der Anstrengungen auf die wenigen wirklich kritischen Werkzeuge ist in der Regel wirksamer als ein einheitlicher, aber oberflächlicher Schutz aller genutzten Dienste.
Was tun, wenn eine einzige Person alle wesentlichen Zugänge besitzt?
Es wird empfohlen, diese Zugänge sicher zu dokumentieren und sicherzustellen, dass mindestens eine weitere vertrauenswürdige Person bei Abwesenheit oder Vorfall darauf zugreifen kann.
Braucht ein Kleinunternehmen wirklich einen formalisierten Wiederanlaufplan?
Selbst ein knapper Plan spart im Vorfall wertvolle Zeit, da er verhindert, unter Zeitdruck Schritte zu improvisieren, die vorab hätten geplant werden können.
Wer sollte in einem kleinen Team den Wiederanlaufplan kennen?
Idealerweise alle Personen, die im Vorfall anwesend sein könnten, nicht nur diejenige, die üblicherweise die IT-Werkzeuge verwaltet.
Wie oft sollte dieser Plan aktualisiert werden?
Eine jährliche Überprüfung ist ein guter Grundrhythmus, ergänzt um eine Aktualisierung bei jeder wichtigen Änderung: neues Werkzeug, neuer Dienstleister oder organisatorische Veränderung.